München-Venedig im Winter

Januar 28th, 2010 von Stefan Leave a reply »

Im Forum wurde immer wieder die Frage gestellt, ob man die Tour auch im Winter machen kann. Einige Diskussionen gab es schon dazu. In diesen Artikel möchte ich diese Diskussion zusammenfassen.

Mein üblicher Kommentar war der Verweis auf diesen Link: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/47/365865/text/. Das ist natürlich etwas brutal, aber der Tod von Franz Demel sitzt mir immer noch in den Knochen.

Blick ins Tuxertal im Winter

Früher war ich eine Zeit lang vom Winterbergsteigen begeistert.  Herrliche Touren wie die Besteigung des Dachstein im Hochwinter, die Umrundung des Königssee im November und eine Frühjahrstour über den vereisten Watzmann mit Abstieg über die Südflanke sind mir noch lebhaft in Erinnerung. Ich habe für diese Abenteuer damals kräftig geübt, winterliche Ausflüge mit Steigeisen auf die Klettersteige der fränkischen Schweiz waren Teil des Trainingsprogramm und gut 20 Kilo Rucksackgewicht gehörten dazu (ich wog damals knapp über 60 Kilo). Neben den positiven Erlebnissen gibt es aber auch eine Reihe negativer Eindrücke. Ein Abstieg bei minus 20 Grad mit Darmgrippe war kein Zuckerschlecken. Die Übernachtung im Birkar Biwak gehört auch nicht zu meinen schönsten Nächten. Rückblickend waren mir damals die objektiven Gefahren des Winterbergsteigens nicht bewusst genug. Wenn nur eine Kleinigkeit schief gegangen wäre, hätte es ernst werden können. Man braucht für alles viel länger und viel mehr Kraft.

Die Berge sind herrlich im Winter und auf Ski ein Genuß, aber eine Überschreitung der Alpen von München nach Venedig ist eine extreme Unternehmung mit hohen Risiken. Viele der Hänge auf der Tour sind lawinengefährdet und einige der Teiletappen sind im Winter sehr gefährlich.

Schlußfolgerung: ich würde es nicht tun. Nicht einmal in Teiletappen.

Franz Demel hat übrigens eine Frau und zwei kleine Kinder zurückgelassen.

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