Wegmarkierung für Flugkünstler

August 24th, 2010 von Stefan 3 comments »

Unweit der Tulfeinalm findet man leider immer noch diese schöne Wegmarkierung.

Man kommt ins Grübeln und denkt sich so seinen Teil. Über den Grat hinüber zur Lizumer in 8 1/2 Stunden, das müsste doch zu machen sein. Wehe dem, der diesem Schild traut. Im Flug kann man den Grat schon in dieser Zeit überqueren, aber von der Glungezer ist die reine Gehzeit mit Gepäck mit 9 Stunden zu veranschlagen. Ohne Gepäck bin ich es vom der Tulfeinalm schon einmal in der angegeben Zeit gegangen. Mit Müh und Not, als Berglauf. Lasst Euch von dem Schild noch dazu verleiten, das an einem Tag gehen zu wollen. Auf dem Schild müsste etwa 10 Stunden stehen.

Begegnung am Weg

August 4th, 2010 von Stefan 5 comments »

Selbst wenn man unterwegs glaubt, alleine zu sein, gibt es manchmal unerwartete Begegnungen. “Wer bist Du?” fragt er mich und begrüßt mich freundlich.

Traumpfad Teaser und Quiz

Juli 24th, 2010 von Stefan 2 comments »

Wieder mal ein nettes Bild vom Traumpfad. Nachdem das letzte Quiz so leicht war, hier drei Fragen, von denen eine ziemlich schwer ist:

1. Von wo wurde das Bild gemacht?
2. Die Wand auf der linken Seite gehört zu welchem Berg?
3. Wem ist das sehr heimelige Bivacco in der Wand gewidmet?

Übrigens, so sieht es in der Schachtel aus, wenn sie bewohnt ist.

Abends vor der Hütte – ein Teaser

Juli 23rd, 2010 von Stefan 8 comments »

Ein kleiner Teaser für alle die jetzt gehen und gleichzeitig ein Rätsel: wo ist das Bild aufgenommen worden und welche Berge sieht man im Hintergrund? (Ich sortiere gerade die Fotos meiner Reise).

17 Tage Traumpfad – ein Resüme

Juli 22nd, 2010 von Stefan 10 comments »

Mit der Besteigung der Birkarspitze gestern, also am 21. Juli ist meine Begehung der hochalpinen Teile des Traumpfads für 2010 zu Ende gegangen. Die Etappen in der Ebene in Italien und die Wege von München bis zum Karwendelhaus hatten wir schon im Frühjahr komplett begangen. Seit 5.7. war ich von Belluno ins Inntal unterwegs gewesen und habe mir Wege, Pässe und Hütten angeschaut. Weil ich den Traumpfad in umgekehrter Richtung begangen bin, sind mir dabei natürlich sehr viele Wanderer begegnet, was Gelegenheit zu vielen Gesprächen und zu Informationsaustausch gegeben hat.

Was sind die wichtigsten Beobachtungen?

Erstens: alle Wege und Pässe sind gut begehbar. Es liegt kaum mehr Schnee. Die Birkarspitze ist im Aufstieg völlig schneefrei, beim Abstieg ins Birkar trifft man noch auf vereinzelte Schneefelder. Auf dem mittlerweile ausgezeichnet markierten Weg zur Friesenbergscharte liegen noch einige wenige Schneefelder, die aber kein Problem sein dürften. Die Bedingungen sind also fast ideal.

Zweitens: man kann den Traumpfad umgekehrt gehen und einige Wanderer tun das auch. Ich war zu meiner eigenen Überraschung nicht alleine. Zu diesem Thema werde ich später noch einen eigenen Artikel schreiben und vermutlich am 8.11.2010 im Hofbräuhaus einen kleinen Diavortrag zeigen.

Was hat sich am Weg verändert?

Die wichtigste Neuerung ist sicher der neue Weg von der Olpererhütte zum Pfitscherjochhaus in der 11. Etappe. Dieser Höhenweg verläuft auf fast gleicher Höhe von ca. 2500 m und macht einen Abstieg zum Schlegeisspeicher unnötig. Die 9., 10. und 11. Etappe des Weges verändern sich dadurch. Man kann abkürzen, indem man im Spannagelhaus übernachtet (9. Etappe), dann nach der Friesenbergscharte direkt zum Pfitscherjoch durchgeht (10. Etappe) und von dort direkt nach Pfunders (11. und 12. Etappe). Für starke Geher wird dadurch der Traumpfad um einen Tag kürzer, was einem Spielraum für andere Varianten gibt. Die neue Olpererhütte ist wunderschön, aber leider sehr oft ausgebucht, rechtzeitige Reservierung ist empfehlenswert.

Auf der Dominikushütte ist unter der Führung von neuen Wirtsleuten frischer Wind eingekeht. Mehrere Wanderer haben mir sehr viel Positives berichtet (z.B. Wäscheservice). Leider konnte ich das diesmal nicht selbst ausprobieren.

Zu den Hütten und meinen Erfahrungen werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben. Im Allgemeinen war die Bewirtung auf dieser Reise überall prima. Hervorzugeben ist die Lizumerhütte. Hervorragende Hütte, perfekte Bewirtung, ich wüsste wirklich nicht, was man besser machen kann. In der Liste der sehr guten Hütten würde ich die Tissi Hütte, das Spannagelhaus und das Refugio San Sebastiano aufnehmen, letzteres ist natürlich eher schon ein Gasthof als eine Berghütte. Erstmals habe ich auf der Ütia de Börz am Würzjoch übernachtet. Die Ütia ist ein Dreisternehotel und verdient jeden ihrer Sterne. Wer sich etwas gönnen will und vielleicht nach der Lüsener Alm etwas Ermüdungserscheinungen zeigt, ist dort gut aufgehoben (dann Weiterweg zur Puezhütte und am nächsten Tag in die Sella). Überrascht hat mich das tendenziell negative Feedback, dass ich zum Karwendelhaus bekommen habe (Essensportionen und Preise). Ich selbst habe letzte Woche zwei Mal dort gegessen und war sehr zufrieden. Auch die Puezhütte kam nicht gut weg in der Meinung der Mitwanderer. Und auch diese Meinung kann ich nicht teilen. Die Wirtsleute haben ihre Hütte und den Massenbetrieb im Griff. Und ich konnte dort Spanien vs. Holland auf dem Fernseher des Wirts anschauen!

Bei der 8. Etappe fragen sich viele: Gratwanderung von Hall oder Aufstieg aus Wattens?

Ich habe dieses Jahr beides gemacht. Nach wie vor halte ich die Gratwanderung von der Tulfeinalm (Lift) über den Glungezer für eine phantastische Bergtour. Wenn da nicht die Gehzeiten wären. Ich bin das mit Minimalgepäck für eine Hüttenübernachtung gelaufen (6kg, inklusive Fotoausrüstung und Wasser, kein Proviant). Von der Glungezerhütte zur Lizumer habe ich 7 Stunden reine Gehzeit gebraucht, wobei ich in ziemlich optimalen Trainingszustand das Ganze “feldmarschmäßig” angegangen bin. Die Sektion Hall gibt 8 bis 8 1/2 Stunden an. Meiner Meinung nach sollte man als Venediggeher mit eher schwerem Rucksack mindestens 9 bis 10 Stunden veranschlagen. Warum betone ich das? Wenn man versucht, in einem Tag vom Tal diesen Weg zu machen (so wie ich es auch dieses Mal wieder getan habe), dann kommt man in Probleme. Der erste Lift fährt um 8:30, vor 8:45 kommt an an der Tulfeinalm nicht los, 2 Stunden Aufstieg und 9 Stunden Gratwanderung geben 11 Stunden reine Gehzeit. Wenn man sich noch eine Stunde Pausenzeiten gönnt, was sicher nicht übertrieben ist, kommt man um 21 Uhr an der Lizumer an. Die Tour ist mit schwerem Gepäck nur mit Übernachtung auf der (sehr schönen und gut geführten) Glungezerhütte ratsam. (Nur zur Info meine Zeiten praktisch ohne Gepäck: 9:30 Abmarsch Tulfein, 11:00 Glungezerhütte, 11:30 Abmarsch Glungezerhütte nach Mittagessen und Schwatz mit den Wirten, 16:20 Naviser Jöchel, 19:00 Ankunft Lizumer Hütte, Pausenzeiten inkl. Fotostopps 1:15h). Fazit: wer die Zeit hat und das hochalpine Erlebnis sucht, geht den Grat. Wer weniger Zeit hat und eine schöne Tallandschaft geniessen will, geht das Wattental. Und bitte nehmt nicht die Straße, sondern den gut markierten Fußweg. Einige Wanderer haben mir erzählt, dass gewisse Taxifahrer in Wattens erzählen, es gäbe den Fußweg nicht. Naja …

Schiara geht ohne Klettersteigausrüstung, oder?

Einen Artikel habe ich schon zum Thema Schiara geschrieben. Deswegen nur noch einmal kurz und bündig. Ich bin dieses Mal von Belluno bzw. den Case Bortot direkt an einem Tag zum Bivacco Marmol aufgestiegen und habe dort übernachtet. Eine traumhafte Tour! Aus Gewichtsgründen hatte ich kein Klettersteigset dabei und so auf die Selbstsicherung verzichtet. Am Settimo Alpini hatte ich mich noch beim Wirt über den Weg erkundigt. Er war gerade von einer kleinen Tour auf den Pelf zurück, als ich losgehen wollte. Postive Auskunft, also nichts wie los! Mitten im ersten Steilstück begann der Regen und dann das Gewitter. Mit Mühe und Not habe ich die Wand durchstiegen. An Abstieg war wegen der Glätte und dem Regen nicht zu denken und ein Aufenthalt im unteren Wandteil bei Gewitter ist keine gute Idee. Die Moral: die Schiara straft den Arroganten, der meint es brauche keine Sicherung, sofort und unnachgiebig.

Was bleibt noch zu sagen?

Traumhaft waren die Wochen bei hervorragende Wetter in den Alpen. Der Traumpfad ist populär wie nie zu vor, allerdings gehen viele nur bis Belluno. Man sagt, die Wege in der Ebene wären langweilig. Ich sehe es nicht so. Aber wenn ich Zeit sparen müsste, würde auch ich lieber vorne und hinten kürzen (z.B. die Tour von Hinterriß bis Belluno gehen), als es in zwei Teilstücken machen. Entsetzt hat mich auch dieses Mal wieder das Gepäck und die Ausrüstung mancher Venediggeher. Leistet euch einen Rucksack mit Hüfttragesystem! Beschränkt euch auf maximal 12-15 kg Gepäck! Kauft euch leichte und bequeme Bergschuhe! Ihr tut euch einen Gefallen!

Viel Spaß auf dem Traumpfad! Berg Heil!

Glungezer, Glungezer, Glungezer …

Juli 19th, 2010 von Stefan No comments »

10 Jahre hat es gedauert, bis der Glungezer mich mit diesem Traumwetter beglueckt. Sonne am Berg und Wolken im Tal. Was fuer ein Genuss.

Man spricht deutsch und es gibt Speckknoedel.

Juli 10th, 2010 von Stefan No comments »

Der Speckknoedelaequator liegt in etwa auf der Hoehe des Pordoijoch. Weiter suedlich geben Pasta und Polenta den Ton an und Italienischkenntnisse sind hilfreich. Heute in der Capanna Fassa hat man mir gesagt, dass ich ruhig Deutsch sprechen kann und dass man mir die Speckknoedel zum Abendessen empfiehlt. Also habe ich halt Speckknoedel auf Deutsch bestellt. Schlafen werde ich im netten aber etwas warmen Notlager unterm Dach.

Die Welt sieht anders aus, hier im Zentrum der Alpen. Seilbahnen, Massentourismus, Tagestouristen mit Kind und Kegel. Der Bindelweg war wunderschoen, Italienische Tagestouristen haben fuer Stimmung gesorgt und die Marmolada strahlte in der Sonne. Am Pordoijoch gruesste mich dann aus einer Huette deutsche Oktoberfestmusik. Sehr seltsam. Erst beim Ausstieg auf die Boespitze wurde es wieder ruhig, kaum verlaesst man den Hauptweg wird es einsam. Hier oben sind jetzt ungefaehr 15 Gaeste, alle Italiener. Die Wirtsleute sprechen Ladin. Und ich darf Deutsch sprechen.

Venediggeher haben sich heute Abend keine hierher verirrt. Die sind wohl alle unten in der Boehuette geblieben. Insgesamt wohl so 10 Personen sind mir heute begegnet, die als Venediger zu erkennen waren. Am lustigsten waren zwei Schweizer, die bei Jodelmusik auf den Bindelweg gezogen sind. Die Musik kam aus einem Lautsprecher, der solarbetrieben war. Der Rucksack des Einen war dazu mit einer grossen Solarzelle bedeckt. Was die Menschen nicht alles mitnehmen auf den Berg.

Vorletzte Nacht auf der Tissi lag das iPad auf dem Tisch meines Zimmergenossen. Und neben mir tippt heute der Sohn des Wirts in sein Netbook, dass mit einer selbstgebauten Antenne aus einer Glocke und einer Speisekartenhuelle zu Tal funkt. Vorbei sind die Zeiten, als es auf der Huette urtuemlich zuging. Digital Natives brauchen Netz. Und schleppen dazu die Technik eben auch auf den Berg.

Auf Wiedersehen suedliche Dolomiten.

Juli 7th, 2010 von Stefan No comments »

Die suedlichen Dolomiten liegen hinter mir. Einsam war es in der Schiara und auch noch am Passo Duran. Und schoen. Wer die von der Weidewirtschaft gezeichneten Berge in den Voralpen kennt, der muss als Kontrast den Nationalpark kennenlernen. Keine Menschen, kein Vieh und Ruhe. Nach dem Passo Duran wird es belebter. Mehr Menschen und die Almwirtschaft veraendern das Erlebnis. Trotzdem bleiben die Berge hier einer der schoensten Flecken der Erde. Auf der wie immer hervorragend gefuehrten Tissi habe ich dieser Traumwelt auf Wiedersehen gesagt. Der Coldaisee war die Grenze, danach italienische Tagestouristen, Seilbahn und Autoverkehr. Weil die Busse nicht so fahren wie sie sollen, bin ich das Tal aufwaerts gelaufen. Bei fast 30 Grad eine Pruefung. Jetzt sitze ich in Sottoguda im Hotel Montanara, lasse mir das Abendessen schmecken, hoere der Unterhaltung der anderen Gaeste zu und freue mich auf den Bindelweg und die Sella. Trotzdem, so wie im Sueden wird es nicht mehr. Es wird auch schoen, aber anders.

Die Schoenheit der Dolomiten!!

Juli 6th, 2010 von Stefan 1 comment »

Einsam war es die letzten Tage. Nach meiner Nacht im Bivacco Marmol ging es weiter zur Pian de Fontana. Die Wirtin dort meinte, ich waere dieses Jahr der erste, der auf diesem Weg kommt. Erst ab dem Passo Duran wurde es voller und heute, in der Tissi ist die Huette voll. Mal sehen, wie es weitergeht ….

Der Respekt vor dem Berg

Juli 5th, 2010 von Stefan No comments »

Jeder der in die Berge geht, hat es schon einmal erlebt, dass das Einfache auf einmal schwer wird. Heute hat mir die Schiara, die alte und strenge Berggoettin diese Lektion erteilt. Der Aufstieg von Belluno ueber die Case Bortot war traumhaft, Sonne und keine Wolken, ein gruenes Tal und ein rauschender Bergbach. Dann die freundlichen Wirtsleute in der Settimo Alpini und der Rat des Wirtes, dass der Weg in Ordnung sei, nur auf das Wetter muesste ich achten. Richtig, ueber dem Nevegal waren schon seit Mittag die Gewitterwolken gestanden. Pilzfoermig und bedrohlich. Im unteren Teil des Klettersteigs fing der Regen an, ausgerechnet im schwersten Stueck. Zurueck war genauso dumm wir vorwaerts. Also vorwaerts. Dann kam das Gewitter. Mit Muehe habe ich den flacheren Teil des Klettersteig erreicht und auf einmal zogen die Wolken weg, Belluno lag unter mir im Tal hell erleuchtet und die Felswaende glitzerten nass in der Sonne. Diesmal war es nur ein Scherz, sagte die Schiara, aber das naechste Mal werden wir sehen, ob ich nicht ernst mache. Jetzt sitze ich im Bivacco Marmol, schau den Dohlen zu und freue mich auch die Nachtruhe.